Auf dieser Seite wollen wir Ihnen als verstreut lebende Gemeinde jeweils kurze unitarische Glaubensimpulse, Andachten und Denkanstöße geben. Über Rückmeldungen freuen wir uns.


Lichtspruch

Mai 2019

Herr, in diesen Tagen entzündest Du unser Licht aufs Neue, durch Deine wärmende Kraft der Sonne. Sie vertreibt die Kälte und die Dunkelheit, bringt die Pflanzenwelt zum Wachsen und Blühen, und schenkt uns Menschen Freude und Zuversicht. Lass uns als Deine Kinder einen Teil dieser Kraft nehmen und in die Welt tragen, wo sie noch kahl und leer ist. Amen.

 

Gedankenimpulse zur Karwoche

April 2019

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit dem heutigen Palmsonntag beginnt im christlichen Kirchenjahr die Karwoche, die letzte Woche der Fastenzeit. In den katholischen Kirchen ist es Tradition, an diesem Tag zum ersten Mal die Passion Christi zu verlesen (zum zweiten Mal ist das am Karfreitag der Fall). Dieses Jahr war die Leidensgeschichte nach Lukas an der Reihe. Dort heißt es, als Jesus auf dem Kreuzweg den weinenden Frauen am Wegesrand begegnete (Lukas 23, 28-31):

„Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Töchter Jerusalems, weint nicht über mich; weint vielmehr über euch und eure Kinder! Denn siehe, es kommen Tage, da wird man sagen: Selig die Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht gestillt haben. Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns! und zu den Hügeln: Deckt uns zu! Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?“

Bei diesen sehr verbitterten und grausamen Worten musste ich an einige aktuelle Diskussionen im Rahmen der „Fridays-for-Future“-Schülerdemonstrationen denken, die man in diversen Foren verfolgen kann. Hier vertreten einige Menschen die Meinung, dass der Ausweg aus der globalen CO2-Krise und der Erderwärmung letzten Endes nur sein könne, wenn wir weniger Kinder bekämen, die warm wohnen, essen, konsumieren und reisen und so die Krise verschlimmern.

Sind wir schon so weit? Sagen wir auch zu den Hügeln: deckt uns zu? Preisen wir selig die Unfruchtbaren? Sind wir nicht mehr das „Salz der Erde“, sondern ihr Feind - und heißt es nicht mehr: „Seid fruchtbar und mehret euch“, sondern „besser für die Welt, wenn es weniger von uns gibt“?

Sicher sind das krasse Meinungen einer Minderheit, doch ich denke, dass die Karwoche als Höhepunkt der Fastenzeit Anlass genug sein sollte, sich einmal selbstkritisch in Frage zu stellen – nämlich ob es für die Welt gut ist wenn alle so leben würden wie man selbst… ob man grünes oder dürres Holz ist.

Wie immer freue ich mich auf Ihre Reaktionen und Gedanken unter siegburg (ätt) christliche-unitarier (punkt) de.

Ihr & Euer Bernd.

 

Gedankenimpulse zur Fastenzeit

März 2019

Hallo zusammen,

mein Name ist Bernd, und ich bin der neue Ansprechpartner im Rheinland / Bergischen Land für die Christlichen Unitarier. In loser Folge werde ich jeweils ein paar Zeilen mit Gedanken und vielleicht auch Denkanstößen hier veröffentlichen – und natürlich freue ich mich auf Ihre Reaktionen darauf, gerne per Mail an: siegburg (at) christliche-unitarier (punkt) de

Nun sind die tollen Tage vergangen, und die Fastenzeit ist da. Kürzlich las ich, dass auch viele Nichtchristen diese begehen auf die ein oder andere Art, und dass die Beweggründe hierfür durchaus teilweise „quasireligiös“ zu sehen seien. Ob man nun auf das Internet verzichtet, auf fettes Essen, auf Bier oder auf Shoppen – vielfach versuchen Menschen, aus der täglichen Mühle heraus zu treten und über bewussten Verzicht vielleicht den Scheinwerfer der Anstrengungen etwas zu drehen. Konsum und immer schnelleres Laufen im Hamsterrad sind wohl doch nicht für alle Menschen das Nonplusultra der Lebensführung.

Was ist dabei aber nun eventuell „quasireligiös“? In unserer eigenen christlichen und jüdischen Denkweise steht das Fasten in einer wichtigen ununterbrochenen und langen Tradition als Mittel zur Besinnung auf Gott durch Abwenden vom irdischen Völlen und Raffen (krass gesprochen), und damit zur innerlichen Vorbereitung auf das große Geschenk der Passion Christi und seiner Auferweckung von den Toten, dem Zentrum unseres Glaubens - hat Gott uns doch über die von den Jüngern körperlich erfahrbare Himmelfahrt Seines Christus den Weg zum ewigen Leben in Seiner Herrlichkeit gezeigt.

Lässt man das Religiöse in unserem Verständnis nun weg, zeigt aber auch durch Fasten die Skepsis an der „neuen Religion“ Konsum und Leistungsgesellschaft, wohin stellt einen das? Zeigt es nur eine große Unsicherheit, die auf einen Wink wartet? Oder ist es schon ein Schritt in die „richtige“ Richtung? Keiner wird das so pauschal beantworten können. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass die Gespräche, die sich aus vertrauensvollen Fragen zu diesen Motivationen ergeben, sehr interessant sein können, dabei helfen, sich selber zu hinterfragen, und einem auch oftmals neue Blickwinkel auf seine Mitgenossen öffnet. Es lohnt sich!


Lichtspruch

März 2019

Wir entzünden diese Flamme mit der Hoffnung nach Frieden und Gerechtigkeit in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft. Im Epheserbrief werden wir aufgefordert, uns nicht über andere zu erheben und in Liebe aufeinander zuzugehen. Lasst uns an diesem Gedanken festhalten und ihn auch im beruflichen und privaten Alltag Berücksichtigung finden. Lasst uns einander zuhören und verstehen - mit unsereren Stärken, unseren Überzeugungen, aber auch unseren Unzulänglichkeiten. Gott gebe uns Frieden.